Rettet den Literaturhandel!

Genau, den Literaturhandel. Keine Bücher? Doch, Bücher wahrscheinlich auch, aber in erster Linie den Handel mit Literatur, mit Inhalten, den Handel mit Werken von Autoren.

Ich stelle mir vor, dass die Fußgängerzone der Zukunft voller Bäckerein, Schuhläden, Klamottenläden und Juweliere ist – und voller Literaturlounges. Manche werden nur wenige Quadratmeter haben, sie werden sich spezialisiert haben auf bestimmte Genres, manche auf bestimmte Verlage, manche auf Themen. Es wird Lesegeräte zu kaufen geben und Zubehör. Und richtige Bücher – zur Ansicht. Belesenes Fachpersonal wird dem Literaturhungrigen eine Tasse Kaffee oder ein Glas Tee servieren, ein Erfrischungsgetränk und eine Rassel für das Kind. Gemeinsam wird man am Regal entlangschlendern, dies oder jenes herausnehmen und sich in einen der Sessel zurückziehen, die hier bereitstehen.
Alle Sitzplätze verfügen über dezent integrierte Ladestationen für mobile Geräte und den Stromhunger ihrer Akkus, natürlich gibt es WLAN, und beim Abstellen der Kaffeetasse spätestens wird man bemerken, dass der kleine Tisch daneben bei weitem nicht nur ein Tisch ist, sondern ein interaktives Interface.

Vom Sessel aus wird man sich entscheiden für ein Stück Literatur (und einen Apfelstrudel), vom Sessel aus hat man die Wahl: Kauf eines physischen Buches vor Ort, download des eBooks auf egal welches Lesegerät oder egal welches Speichermedium, Bezahlung an der Kasse oder ebenfalls über ein digitales System, direkt am schon oben angesprochenen Tisch, der natürlich Zugang bietet zum Netz und zu exclusiv nur für Literaturlounges produzierten Bonusmaterialien der Verlage, Agenturen und Autoren.

Bücher sind nicht die einzige Möglichkeit, Literatur physisch zu erleben, Bücher werden nicht aussterben. Aber – lasst uns die Digitalisierung nutzen für neue Vertriebswege, neue Präsentationsformen, neue Erlebnisse. Gute Geschichten sind nicht abhängig von Papier, ihr Erfolg aber von Lesern, die sie lieben. Und von Literaturhändlern. Auch und gerade offline.

[PS: die Idee entstand vor ein paar Tagen spontan auf G+, weil +Wernerschusterliest gefragt hatte ob man eBooks auch in der Buchhandlung kaufen würde]


Der autonome Urheber

Bei D64 ist vergangene Woche ein Diskussionsbeitrag zum Thema Urheberrecht erschienen, und hier ein Kommentar dazu von Ulf Schmidt. Ich möchte gerne um eine Betrachtung ergänzen. Ich wünsche mir nämlich den autonomen und informierten Urheber. Einen, der nicht nur sein Werk hestellt, sondern Bescheid weiß über seinen Markt, die Vertriebswege und mögliche Partner, mit denen


Weihnachtspause

Ein Jahr ist zuende gegangen, dem kein vergleichbares vorangegangen ist. Ich möchte mich bei denjenigen, die mich auf meinen Wegen gedanklich oder ganz anfassbar begleitet haben, aus ganzem Herzen bedanken. Ich wünsche Euch allen gute und sichere Reisen, fröhliche Tage, so viel oder so wenig Schnee wie ihr Euch vorgestellt habt und überhaupt! Im kommenden


Lesetipp: Teresa Bücker über Digitalisierung

Besser kann man es wohl zur Zeit nicht zusammenfassen – Teresa Bücker schreibt über die Digitalisierung unter der Überschrift “Ein Lob der Lobby” auf FAZnet: Denn hinter dem abstrakten Begriff “das Internet”, das als freier Raum bewahrt werden soll, steht mehr: dort steht Leben. Es sind die Menschen, die über digitale Technologien das organisieren, was