Anlässlich der re:publica in Berlin wird in verschiedenen Blogs über die weibliche Beteiligung an der Konferenz (Publikum oder Panel) debattiert und darüber hinaus der Anteil weiblicher Blogger und, noch spezieller, der Anteil weiblicher Blogger in diversen Messmedien wie Blogcharts etwa. Okay. Das wären also schon 4 Zahlen. Recherchiere ich jetzt nicht. Sagen die denn was aus? Jemand sagte, es wären ja “leider nur 20% weibliche Referenten” auf der re:publica, worauf ich sowas sagte wie “Seien wir doch froh, dass auf einer Kommunikationsmedienkonferenz 80% Männer sind!”. Ein sehr guter Beitrag dazu stammt von Antje. Hier.
Aber Spaß beiseite. Mich beschäftigt was anderes. Zuerst die Frage nach der Messmethode dieser Charts. Wie es ausieht, zählen die Verlinkungen. Mehr als 100 Links die auf ein Blog verweisen sind die Eintrittskarte zur Zeit. Lassen wir die Debatte über Sinn und Unsinn von Charts mal weg – nach meiner Leseerfahrung sind viele viele weibliche Blogger Linkgeberinnen – aber keine Linknehmerinnen. Woran liegt das? An den Themen? An den Anliegen? An Unkenntnis über das Setzen von Links? Übersehe ich was Wesentliches?
Kann es sein, dass es viele viele Blogger(innen) gibt, die sehr sehr gut schreiben, aber keine blasse Idee haben über die Geschichte von Blogs, Trackbacks, Pingbacks, nofollow, Links als Währung etc.? Ja? Ich bin jedenfalls bei allen Punkten mit fast 100% “erwischt” dabei. Obwohl ich schon seit einem Jahr blogge, nicht doof bin, mir alles was ich nicht verstehe anlese, hatte ich nicht die leiseste Ahnung beispielsweise über das “nofollow Thema”. Für Aufklärung hat da Elke Fleing gesorgt.
Sind also weibliche Blogger auch deswegen “weniger sichtbar”, wie es vor kurzem die maedchenmannschaft in einer sehr guten Linksammlung fragte, weil (das ist jetzt meine These) die technischen Hürden fürs Bloggen so niedrig sind, dass innerhalb von 5 Minuten die ersten Texte online sind? Mir ging das so. Ich hab mich gefreut, dass ich das im Netz lesen konnte und das wars. Ich verschickte die Blogadresse, damals noch mit wordpress.denkding.de (oder so) an meine Freunde und freute mich über 5 Besucher am Tag. Als es mehr und mehr Texte wurden, buchte ich meine Domain und zog das Blog um. Dann begann ich nach und nach zu kommentieren.
Womit wir beim nächsten Puntk sind. Die Kommentare. Ich bin mir völlig bescheuert vorgekommen, bei den Kommentarfeldern meine url anzugeben. Warum? Weil ich mich schlichtweg nicht für so wichtig gehalten habe. Der “Wert” dieses Links (Traffic auf meine Seite) war mir zuerst nicht bewusst und dann eher peinlich. Nicht, weil ich meine Texte schlecht fände oder unwichtig. Aber weil mir nicht klar war, was das bedeutet und welche Schlüsse man ziehen kann, wenn überall meine url dabeisteht. Inzwischen gebe ich sie fast immer an, und freue mich, wenn ich selbst schnell auf andere Blogs stoße und interessante Menschen hinter den Kommentaren kennenlerne.
Der letzte Punkt ist die Art und Weise, wie Blogs gelesen werden. Nochmal zurück zu meinen Anfängen. Ich las in der SZ über das Blog stylespion. Es war das erste Mal, dass ich wissentlich ein Blog ansteuerte. Das Thema des jüngsten Artikels waren Feeds. (Ich hielt das zuerst für irgendwas zu essen, ohne Witz jetzt). Dann las ich mich fest und bin Kai noch heute dankbar, dass er das so gut erklärt hat. Denn dann surfte ich tagelang im Netz herum und sammelte. Was zunächst als dynamisches Lesezeichen irgendwo in Firefox gespeichert wurde, packte ich in meinen Feedreader, der mir jeden Morgen auf wundersame Weise die neuesten Artikel all meiner 40 abonnierten Blogs liefert. Ich schreibe das absichtlich so naiv. Denn so fühlte ich mich.
Ich merke gerade, ich kenne mein Publikum gar nicht so genau. Darum frage ich Euch einfach aus.
Wie lest Ihr denn Blogs?
Kommentiert Ihr denn?
Wie bloggt Ihr denn?
Wie gut kennt Ihr denn Eure Blogsoftware?
Sind Kommentare moderiert in Euren Blogs? Ist Euch das wichtig?
Ist Euch Euer Vernetzungsgrad wirklich so (wenig) wichtig?
Und zum Schluss: Bin ich völlig auf dem Holzweg?
Ich bin gespannt.
Lesen Sie auch hier

[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von stricktier erwähnt. stricktier sagte: über das bloggen. http://www.denkding.de/?p=1908 [...]
Bin jetzt etwas unsicher ob sich die Fragen nur an Frauen richten. Aber ich antworte mal auf eine, einfach weil ich hier gerne lese: Ich mußte mich auch erst dran gewöhnen, die URL in die Kommentare zu packen, finde es aber sehr schön, wenn ich einen interessanten Kommentar irgendwo lese und feststellen kann: Hey, da ist ja eine interessante Person/interessantes Blog dahinter. Netzwerken ist da ein Nebeneffekt. (Gut bei mir gibt es daneben noch absichtliches, themenbezogenes Netzwerken mit kommentieren, links hinterlassen und ggf. E-Mail schreiben.)
Nein nein! Das war nicht nur an die Damen gerichtet.
Puh, weil es jetzt schon 2:05 Uhr ist und ich eigentlich längst schlafen sollte, antworte ich nur mal kurz.
1. Wie lest Ihr denn Blogs?
Dadurch habe ich einen riesig lange Blogroll. Aber eben mit für mich wichtigen Blogs und Webseiten.
Ich komme meist durch Links auf einen Blog und lese dann den Beitrag. Gefällt er mir, schaue ich die letzten Beiträge durch, finde ich dabei interessante Dinge, merke ich mir die URL des Blogs und verlinke in meinem eigenen darauf.
2. Kommentiert Ihr denn?
Ich kommentiere, wenn ich der Meinung bin, das ich etwas zum Thema zu sagen habe. Entweder meine Meinung oder eine thematische Ergänzung oder eine Idee … oder um zu schreiben, dass ich über das Thema auch schon geschrieben habe (mit Link natürlich)
3. Wie bloggt Ihr denn?
Wie meinst du das? Wie Themen entstehen? Alles, was mir so einfällt. Manche Artikel sind lang und ausführlich mit viele Quellen und so. Andere ganz kurz, z.B. ein Musikvideo, das ich mir gerade angeschaut habe. Ganz verschieden.
3. Wie gut kennt Ihr denn Eure Blogsoftware?
Ich habe WordPress installiert mit – ich glaube – zur Zeit 8 oder 9 Widgets und bestimmt 20 Plugins. Ich kenne dieses PHP-Dingens ziemlich gut, hab lange ein eigenes phpBB Forum betrieben und musste das dauernd irgendwie modden. Hmmm. Und wenn ich mal irgendwas nicht weiß, dann google ich eben danach.
4. Sind Kommentare moderiert in Euren Blogs? Ist Euch das wichtig?
Ja. Es geht leider nicht anders, aufgrund von massivem Spam- und Trollbefall. Guckst du: http://www.piratenweib.de/?p=1378 und: http://www.piratenweib.de/?p=1342
5. Ist Euch Euer Vernetzungsgrad wirklich so (wenig) wichtig?
Kommt auf das Netzwerk an. Bei den “Alphabloggern” mit in der Blogroll zu stehen, interessiert mich nicht. Weil mich deren Themen auch oftmals nicht interessieren. Oder die Art wie sie schreiben. Und weil ich sie auch nicht in meine Blogroll aufnehme, weil ich finde, dass das schon genug andere tun.
Ich finde es aber schön, die “Perlen” zu finden und zu verlinken. Dadurch findet man neue Freund/innen und hilft sich untereinander, ein ganz eigenes Netz zu knüpfen.
Und zum Schluss: Bin ich völlig auf dem Holzweg?
Nein.
> Wie lest Ihr denn Blogs?
Ich nutze seit einiger Zeit den Google Reader als Feedlesesoftware.
Der hat sogar für ein Mobiltelefon eine Extraversion, mit der ich unterwegs kurz gucken kann, ob es was neues gibt.
Aber nun Schluß mit Werbung.
> Kommentiert Ihr denn?
Ab und zu.
> Wie bloggt Ihr denn?
Mit Drupal. Ab und zu. Die meisten Einträge erzeugt das del.icio.us Plugin.
> Wie gut kennt Ihr denn Eure Blogsoftware?
Ich schreibe da selber Module für, arbeitstechnisch.
> Sind Kommentare moderiert in Euren Blogs? Ist Euch das wichtig?
Ja, theoretisch schon, kommentiert nur keiner. Warum auch.
> Ist Euch Euer Vernetzungsgrad wirklich so (wenig) wichtig?
Ab und zu surfe ich gerne über die Links und finde dann auch solche Perlen wie das Denkding. Das ist bei genügend Zeit sehr schön. Meistens jedoch bleibe ich bei den Feeds, die ich eh lese.
[...] Antje Schrupp: Frauen bloggen anders. Anders als wer? Frau Stricktier: Bloggen (und wir), schon älter, aber sehr gut. [...]
[...] Antje Schrupp: Frauen bloggen anders. Anders als wer? Frau Stricktier: Bloggen (und wir), schon älter, aber sehr gut. Sehr schöner Kommentar bei politik.de. Jezebel: A Friendly Note On [...]