Journal vom 21. Juli

Mit diesem Beitrag möchte ich folgender These von +Martin Oetting entgegenwirken:
“DAS ist das eigentliche Problem an Facebook, Google+ und Co. Dass wir unsere Blogs verlassen, weil es hier alles so einfach geht. Und uns einreden, das sei hier digitale Öffentlichkeit.”

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Google+
Das hat mich die vergangenen 10 Tage am meisten beschäftigt.
Was es ist, kann man in all den technischen Blogs nachlesen, die ich (bitte um Entschuldigung) jetzt nicht verlinken will, man kann sie aller ergoogeln.
Aber Moment: Kann man das wirklich “überall in Blogs” nachlesen?
Eventuell nicht – denn Google+ bietet durch das Followerprinzip das wir schon auf twitter haben, eine unglaublich weitläufige und trotzdem engmaschige Vernetzung mit Personen aus allen möglichen Bereichen, so dass eine Menge Diskussionen innerhalb von google+ vonstatten gehen und ihren Weg in die Blogs nicht (mehr) finden.
Als Beispiel könnte man die Klarnamendebatte anführen, die es zwar zu SPON geschafft hat und von da aus in die Blogs, aber ein von meiner Warte aus erheblicher Teil fand innerhalb der Plattform statt – wenn auch in Postings, die als “öffentlich” markiert sind, und somit auch für nicht Nutzer zugänglich wären.

Das Followerprinzip ist, was google+ einen erheblichen Vorteil verschafft gegenüber facebook. Klicken und folgen aufgrund thematischer Übereinstimmung führt zu ganz anderen streams als z.B. bei facebook. Die Länge der Postings ist nicht limitiert, so dass sich essayartige Beiträge finden, die wiederum zu akademischen Debatten mit 80 oder 90 Kommentaren führen. Ein Beispiel dafür sei die von Christoph Kappes angestoßene Interpretation des Schirrmacher Textes in der FAZ.

Könnte man das nicht auch in Blogs haben? Hätte Christoph Kappes nicht einen Blogbeitrag schreiben können, den über twitter promoten und dann “bei sich” die Debatte haben können? Hätte er. Aber ich bin sicher, dass viele Kommentatoren das google+ Posting kommentiert haben, weil sie sich eben nicht “bei ihm” befanden. Sondern auf dem Campus Google+, in einem Seminar, auf der re:publica oder oder.

Die Offenheit, die Google+ bietet gepaart mit dem Live-Charakter einer Debatte (auch sehr entschiedend, die Beiträge erscheinen fast in Echtzeit und sind dennoch kein Chat) überzeugt mich sehr und lässt mich nochmal mehr teilhaben an dem “was ist” als ein Feedabo relevanter Blogs, oder die kurze twitter-Timeline.

Da wären wir aber schon beim Nachteil angekommen. Der Stream fließt, so rauschen auch so wichtige Auseinandersetzungen wie die Klarnamenfrage mit ein paar Hundert Beiträgen den Wasserfall hinunter.  Twitter strömt genauso, nur verweisen twitterLinks auf etwas, das außerhalb von twitter besteht. Nicht so Google+.
Also müssten wir finden einen Weg, Inhalte zu konservieren, wie es ein Blogbeitrag kann. Der bleibt. Oder wir müssen die Links zur Diskussion in Blogs archivieren…. oder wir drucken sie monatlich aus, was kein Scherz ist.

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Ansonsten im Manuskript geschraubt, mit den üblichen Verwerfungen von “ich kanns nicht” bis “Buchpreis 2012″. Größenwahn gehört wahrscheinlich dazu, wenn man ein Buch schreibt, das was zu Identität, Gesellschaft und der korrekten Bauweise eines Dreiblatt zu sagen hat, während noch allerhand anderes drin vorkommt.

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Mit sehr viel Vergnügen diese Woche bei Frau Liebe gelesen. Man beachte die Kleidergrößen und schäme sich fürderhin nicht mehr für eine flotte 44/46.
Ich besitze ein ähnliches Werk, nämlich  “Die gesunde und glückliche Frau” von Lisbeth Ankenbrand (1932), darin finden sich so herrliche Hinweise wie

“was uns reifere Frauen jedoch erschreckt, das ist, wieviel
weibliche Jugend alles auf die eine Karte “Sexualität” setzt”

oder noch besser:

“Dieser Frauentyp gehört der Vergangenheit an. Die gesittet gleichfarbenen
Schäfchenherden junger Mädchen gibt es nicht
mehr.”

Wir können ja noch ein bisschen hoffen.


 

 

 

Lesen Sie auch hier

  1. Journal vom 11. Juli
  2. Journal vom 20.Mai
  3. Frau Ziefle auf google+
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  5. Journal vom 22.September

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